Philosophie

Fragt ein Student in der Bibliothek, 

wo finde ich denn Kant ?


 "Der ist in der Kantine, es gibt heute Königsberger Klopse...."

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Kommentare: 4
  • #1

    JD (Freitag, 16 August 2013 13:47)


    Wir wollen uns nicht über die Dinge wundern, zu denen wir geboren sind und über die sich deswegen keiner beklagen darf, weil sie für alle gleich sind. Ich sage: sie sind gleich. Denn auch das Unglück, dem einer entgangen ist, hätte er erleiden können. Gleiches Recht aber ist nicht, was alle erfahren, sondern was allen bestimmt ist. Gleichmut sei der Seele befohlen, und ohne Klagen wollen wir den Tribut der Sterblichkeit zahlen.
    Der Winter bringt Kälte: man muß frieren. Der Sommer bringt die Hitze zurück: man muß schwitzen. Die Unbeständigkeit der Witterung setzt der Gesundheit zu: zwangsläufig wird man krank. Auch wird uns irgendwo ein wildes Tier begegnen und ein Mensch, gefährlicher als alle wilden Tiere. Etwas wird uns das Wasser, etwas anderes Feuer rauben. Diese Bedingung des Lebens können wir nicht ändern. Das aber können wir: Seelenstärke erringen, die eines guten Mannes würdig ist, mit der wir tapfer unser Schicksal ertragen und in Übereinstimmung mit der Natur leben.
    Die Natur aber mäßigt diese Zwangsherrschaft, die du siehst, durch vielerlei Wechsel: Auf Nebel folgt heiterer Himmel; aufgewühlt werden die Meere, eben waren sie noch ruhig; es wehen im Wechsel die Winde; auf die Nacht folgt der Tag; ein Teil des Sternenhimmels steigt auf, ein Teil geht unter: In den Gegensätzen der Dinge besteht die Ewigkeit. Auf dieses Gesetz muß sich unsere Seele einstellen, ihm soll sie folgen, ihm soll sie gehorchen; und was immer geschieht, sie soll glauben, daß es geschehen mußte, und soll die Natur nicht beschuldigen. Am besten ist es zu ertragen, was du nicht bessern kannst, und dem Gott, auf dessen Veranlassung alles geschieht, ohne Murren sich anzuschließen. Ein schlechter Soldat ist, wer seinem Feldherren unter Stöhnen folgt. Daher wollen wir unverdrossen und freudig die Befehle annehmen und diese Bahn des wunderbaren Werkes nicht verlassen, in das alles eingewoben ist, was uns widerfährt.
    Und so wollen wir Jupiter ansprechen, durch dessen Steuer das riesige Weltall gelenkt wird, wie unser Kleanthes ihn mit wohlgesetzten Versen anspricht:

    "Führe, o Vater und Herrscher des hohen Himmels, wohin auch immer du willst. Ich zögere nicht zu gehorchen. Ich bin bereit, unverdrossen. Gesetzt, ich wollte nicht: Ich werde unter Stöhnen folgen und als schlechter Mensch unter Leiden tun, was ich als guter Mensch freiwillig tun könnte. Es führt das Schicksal den, der will; den, der nicht will, schleppt es fort."

    So wollen wir leben, so wollen wir sprechen. Bereit und unverdrossen soll uns das Schicksal vorfinden. Groß ist der Mensch, der sich ihm anvertraut.
    Lucius Annaeus Seneca

  • #2

    JD (Freitag, 16 August 2013 13:50)

    Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.
    Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.

    Imanuel Kant

  • #3

    JD (Freitag, 16 August 2013 13:59)

    Lucius Annaeus Seneca - Zitate

    "Die Wahrheit steht allen offen. Sie ist noch von keinem in Beschlag genommen. Ein großer Teil von ihr bleibt auch noch künftigen Geschlechtern aufgespart."
    ***, EPISTULAE MORALES

    "Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet. Du verlierst dadurch das Heute."
    ***, DE BREVITATE VITAE

    "Der Tod löscht alle Schmerzen aus. Er ist ihr Ende, und über ihn geht unser Leiden nicht hinaus. Er führt uns wieder in den gleichen Ruhezustand zurück, in dem wir uns vor der Geburt befunden haben."
    ***, AD MARCIAM

    "Jeder ist in dem Grade elend, als er es zu sein glaubt."
    ***

    "Glück ist die Fähigkeit zum Verzicht."
    ***

    "Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer."
    ***

    "Oh wie unsinnig ist die Hoffnung jener, die langwierige Dinge unternehmen! Alles glaube mir, ist auch dem Glücklichen ungewiß; niemand darf sich von der Zukunft das Geringste versprechen."
    ***

    "Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind ein günstiger."
    ***

    "Nicht fürs Leben, sondern für die Schule lernen wir."
    ***

    "Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiele."
    ***

    "Dem Schlechten mißfallen heißt, gelobt zu werden."
    ***

    "Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen."
    ***

    "Unsere Zeit wird uns teils geraubt, teils abgeluchst, und was übrig bleibt, verliert sich unbemerkt."
    ***

    "Wer aufgrund seines Reichtums und seiner Ehrenstellung einen höheren Rang einnimmt, ist nicht groß. Warum erscheint er aber als groß? Weil man ihn mit dem Sockel misst."
    ***

    "Nichts bringt uns in größere Übel als wenn wir uns nach dem Gerede der Leute richten die für das beste halten was 'allgemein angenommen' ist, nicht nach Vernunftgründen, sondern nach Beispielen leben."
    ***

    "Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt."
    ***

    "Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden."
    ***

    "Wie töricht ist es, über sein Leben verfügen zu wollen! Wir sind nicht einmal Herr über den morgigen Tag."
    ***

    "Der gemeine Mann betrachtet die Religion als richtig, der Weise als falsch und der Politiker als

  • #4

    JD (Freitag, 16 August 2013 14:00)

    Imanuel Kant Zitate

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

    Je mehr du gedacht, je mehr du getan hast, desto länger hast du gelebt.

    Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.

    Der Ziellose erleidet sein Schicksal - der Zielbewusste gestaltet es.

    Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.

    Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner sebstverschuldeten Unmündigkeit.

    Faulheit: der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit.

    Mit dem Alter nimmt die Urteilskraft zu und Genie ab.

    Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.
    Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.

    Über Geschmack lässt sich nicht disputieren.

Fotografien erzählen Geschichten.
Sie schneiden feine Scheiben
 aus der Zeit  
und halten den Zeiger dort an.